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Aktuelle Einsätze in se

Man lernt nie aus - Interview mit HAW Franz Kreutzinger

STEYR-LAND. Die Zugskommandantenweiterbildung hat sich in den vergangenen drei Jahren zum fixen Ausbildungsangebot im Bezirk Steyr-Land entwickelt. Anlässlich der Schulung zum Thema „Einsätze im Gleisbereich der ÖBB“, haben wir mit Franz Kreutzinger, HAW für Ausbildung, über diese Erfolgsgeschichte gesprochen.

„Vor einigen Wochen haben sich Zugskommandanten und Interessierte in Garsten getroffen, um sich von Fachkräften der ÖBB über Neuigkeiten in der Zusammenarbeit informieren zu lassen. Weshalb hat man sich für dieses Thema entschieden?“

„Im Bezirk Steyr-Land gibt es zahlreiche Feuerwehren, deren Pflichtbereich Bahnstrecken umfasst. Zum Glück passiert selten etwas, dennoch ist es wichtig, das reguläre Ausbildungsprogramm um solche Themenbereiche zu erweitern. Im Rahmen dieser Schulungen ist es möglich Detailfragen zu klären und die Kommunikation mit anderen Organisationen zu verbessern. Im Bereich der ÖBB ist das aus Sicherheitsgründen besonders wichtig.“

„Konnten auch Feuerwehren teilnehmen, die nicht unmittelbar an Bahnstrecken liegen?“

„Ja, alle 44 Zugskommandanten waren eingeladen. Bei diesen Veranstaltungen geht es auch um einen Austausch untereinander. Zudem kann man im Ernstfall durchaus mit Situationen konfrontiert sein, die außerhalb des eigenen Einsatzbereiches liegen. Ich denke hier beispielsweise an den Brand eines Pferdestalles in der Nähe von Garsten, vor etwa einem Jahr. Der Bauernhof liegt unmittelbar an der Zugstrecke und die Zufahrt war nur über die Gleise möglich. Es waren hier auch Feuerwehren im Einsatz, die sonst mit diesem Thema wenig zu tun haben.“

„Worin liegen die Besonderheiten bei Einsätzen im Gleisbereich?“

„Einsätze im Gleisbereich, insbesondere in Zusammenhang mit Gefahrenguttransporten, sind keine Alltäglichkeit. Wir als Feuerwehr sind es gewohnt rasch vorzugehen und schnellstmöglich zu helfen. Dabei dürfen wir die eigene Sicherheit nicht vergessen. Hier waren die Anregungen und Informationen des ÖBB- Sicherheitskoordinators sehr wichtig. Zentrale Punkte waren das Freigabewesen und die internen Abläufe, sowie die Ansprechpersonen im Einsatzfall. Das praktische Arbeiten wurde anschließend von der Feuerwehr Rohr gezeigt. Auch hier konnten wichtige Hinweise über die Bauart der Kesselwagons, Absperrmöglichkeiten und Ventile transportiert werden. Mein Fazit aus dieser Weiterbildung: Einzelaktionen können ins Auge gehen. Wenn man das Vorgehen allerdings mit der ÖBB abspricht und Freigaben abwartet, kann nichts passieren!“

„Sind derartige Fachveranstaltungen für alle Feuerwehrmitglieder geplant?“

„Das lässt sich aufgrund der Personenzahl leider nicht organisieren. Die Zugskommandanten nehmen hier eine besonders wichtige Funktion ein, da sie als Multiplikatoren in der eigenen Feuerwehr wirken sollen. Informationen, neue Techniken, etc. sollen in Übungen oder Schulungen an die Mannschaft weitergegeben werden.“

„Wie ist die Idee der Zugskommandantenweiterbildung entstanden?“

„Der Wunsch nach Weiterbildungsmöglichkeiten war sehr groß. Es gibt sehr erfahrene Zugskommandanten, die viel Einsatzerfahrung haben, aber vor 15 vielleicht sogar 20 Jahren den Lehrgang an der Feuerwehrschule besucht haben. >Das Feuer brennt zwar immer noch gleich wie früher, aber bei der Bekämpfung hat sich viel getan! < Man muss also immer am neuesten Stand bleiben. Die Verantwortung dafür liegt, meiner Meinung nach, auch bei den zuständigen Personen auf Bezirksebene, die Angebote bereitstellen müssen. Vor drei Jahren habe ich daher die Zugskommandantenweiterbildung geschaffen, die alle sechs Monate stattfindet und als Plattform für Erfahrungsaustausch und Informationsweitergabe dienen soll. Wichtig ist mir, dass Themen behandelt werden, die sonst zu kurz kommen, beispielsweise das Kennenlernen von Sondergerätschaften/ Sonderfahrzeugen. Ich bin hier auch für Anregungen von allen Seiten offen.  (per E-Mail an ausbildung@se.ooelfv.at )

„In welcher Form werden diese Weiterbildungen abgehalten?“

„Das hängt stark vom jeweiligen Thema ab. Bei manchen Inhalten bieten sich Fachvorträge an, manchmal sind Schulungen oder Einsatzanalysen zielführend. Wichtig ist in allen Fällen, die Sachgebiete so aufzubereiten, dass die Zugskommandanten das Wissen in der eigenen Feuerwehr gut weitergeben können und die Begeisterung für Neues und Weiterentwicklungen in der gesamten Mannschaft geweckt wird.“

Wir bedanken uns bei HAW Franz Kreutzinger sehr herzlich für das Gespräch.

Bilder der letzten Zugskommandantenweiterbildung ...