Abschnittsübung in Maria Neustift
Ein Garagenbrand, der sich auf den darüber liegenden Wirtschaftstrakt ausbreitete und drei vermisste Personen sollten alle teilnehmenden Kräfte fordern. Die FF Maria Neustift übernahm als ersteintreffende und ortskundige Wehr die Einsatzleitung und begann unter Einsatz von schwerem Atemschutz mit der Menschenrettung. Zum Schutz des Wohnhauses wurde ein erstes C-Strahlrohr aufgebaut, sowie mit den nachfolgenden Pumpenfahrzeugen eine Relaisleitung für die Löschwasserversorgung vom rund 900m entfernten Löschwasserbehälter aufgebaut. 25 Minuten nach der Alarmierung wurde der letzte Schlauch, der Relaisleitung beim TLF-A angeschlossen. Hier wurde sehr gut und schnell gearbeitet!
Wie wichtig solche Übungen sind zeigt die Tatsache, dass man auch auf das ein oder andere Problem stößt, welches man verbessern und somit bei einem Einsatz vermeiden kann. Leider sorgte ein Defekt an der ortsfesten Saugeinrichtung am Löschwasserbehälter für eine Verzögerung bei der Wasserförderung zum Einsatzobjekt. Hier zeigten die Kameraden bei der Wasserentnahmestelle jedoch ihr Improvisationstalent und es wurde gemeinsam eine funktionierende Lösung gesucht und natürlich auch gefunden.
Inzwischen trafen die weiteren Fahrzeuge der Alarmstufen 2 und 3 ein. Die Tanklöschfahrzeuge aus Großraming, Kleinraming, Reichraming, Weyer, Hochstraß und Ertl kümmerten sich um die Brandbekämpfung und stellten mehrere Atemschutztrupps, die sich umgehend um die Rettung der 2 noch vermissten Kinder im Stadl kümmerten. Der Zugang zu diesem Bereich stellte die Atemschutztrupps vor eine Herausforderung, da dieser nur über eine Leiter in den ersten Stock möglich war. Im Außenbereich wurden 6 C-Rohre und 1 B-Rohr aufgebaut und damit die Brandausbreitung verhindert und der Brand gelöscht.
Der Atemschutzsammelplatz und das daneben platzierte Atemschutzfahrzeug aus Losenstein versorgten und überwachten die 5 eingesetzten Trupps. Die Verletzten wurden von Gemeindearzt Dr. Urban Schneeweiß versorgt. Um die Wasserversorgung über einen längeren Zeitraum zu garantieren, wurde von den Pumpenfahrzeugen der Alarmstufe 2 und 3 eine zweite Relaisleitung vom Löschwasserbehälter beim Feuerwehrhaus Maria Neustift aufgebaut. Diese zweite, 1400m lange, Schlauchleitung führte bis zum Löschwasserbehälter, der gleichzeitig der Start der ersten Relaisleitung war.
Das Fazit der Übung ist, dass die Zusammenarbeit von 15 Feuerwehren ausgezeichnet funktioniert, da jeder eingesetzte Feuerwehrmann nur ein gemeinsames Ziel vor Augen hat nämlich, den Menschen die sich in Not befinden zu helfen. Natürlich stößt man bei über 170 eingesetzten Feuerwehrmitgliedern, bei einer Löschleitung mit über 2400m auf einem schmalen Güterweg, bei einem großen Bauernhof mit vielen besonderen Gefahren, bei 21 Einsatzfahrzeugen die auf nur 2 Funkkanälen kommunizieren usw. auf die eine oder andere Herausforderung und Fehler. Dies wird man jedoch auch bei realen Schadensereignissen solchen Ausmaßes wahrscheinlich nie verhindern können. Das wichtigste ist jedoch, dass jeder aus solchen Übungen lernt, mitnimmt was gut war und Verbesserungen diskutiert werden. Dies wurde abschließend bei der Schlussbesprechung im Feuerwehrhaus Maria Neustift auch gemacht und nach einer verdienten Stärkung der Kameraden rückten die Wehren wieder ein.
(Text: adaptiert von der Hompage www.feuerwehr.marianeustift.at; Fotos: FF Ma. Neustift, FF Sulzbach)